Toxische Lebererkrankungen durch Alkohol

Auslöser und Krankheitsverlauf

Chronischer Alkoholkonsum führt zunächst zur Alkohol-Fettleber, während spätere Stadien der alkoholbedingten Lebererkrankungen die Alkohol-Hepatitis, Alkohol-Leberzirrhose und das Alkohol-Leberzellkarzinom umfasst.

Patienten mit einer Alkohol-Fettleber geben üblicherweise keine oder nur geringfügige Beschwerden an, die Hälfte der Patienten klagt über rezidivierende Bauchbeschwerden von wechselnder Intensität, insbesondere auch über rechtsseitige Oberbauchschmerzen infolge der vergrößerten Leber. Symptome wie Gelbsucht, stärkere Oberbauchschmerzen, Zunahme des Bauchumfanges, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und allgemeines Krankheitsgefühl können Hinweise für eine Alkohol-Hepatitis sein. Die Alkohol-Leberzirrhose kann schleichend und symptomlos verlaufen, erst in späteren Stadien fallen eine Gelbsucht, Zunahme des Bauchumfangs infolge Ansammlung von Bauchwasser, Bluterbrechen und Verwirrtheitszustände auf. Ähnliche Symptome finden sich auch bei dem Alkohol-Leberzellkarzinom, hinweisend ist hierfür eine rasche Verschlechterung des Allgemeinzustandes, erhebliche Zunahme der Schmerzen im rechten Oberbauch und Gewichtsverlust trotz Zunahme des Bauchumfangs.

Diagnose

Die Diagnose alkoholbedingter Lebererkrankungen erfolgt mittels Erhebung der Vorgeschichte, Labordiagnostik, körperlicher Untersuchungsbefunde, Ultraschalluntersuchung und ggf. Computertomographie, in seltenen Fällen ist eine Gewebeentnahme aus der Leber mittels Punktion notwendig. Wichtig ist der Ausschluss anderer, alkoholunabhängiger Lebererkrankungen, die einer spezifischen Therapie zugänglich sind.

Therapie

Die Therapie bei alkoholbedingten Lebererkrankungen besteht in einer absoluten Alkoholabstinenz. Darunter ist die Alkohol-Fettleber vollständig rückbildungsfähig und heilbar. Alkoholabstinenz bei der Alkohol-Hepatitis führt bei einem Teil der Patienten zu einer völligen Ausheilung, bei anderen zu einer Persistenz oder ggf. auch zu einem Fortschreiten der Erkrankung. Die Alkohol- Leberzirrhose ist durch Einhalten einer Alkoholabstinenz nicht mehr rückbildungsfähig, allerdings ist die Prognose bei alkoholabstinenten Patienten im allgemeinen wesentlich besser als bei Weitertrinkern. Im Endstadium einer Alkohol-Leberzirrhose besteht die Möglichkeit einer Lebertransplantation, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Beim Alkohol-Leberzellkarzinom kommt eine operative Tumorentfernung oder auch eine Lebertransplantation im Allgemeinen nicht Betracht, zu diskutieren sind hier lokale Maßnahmen oder eine Chemotherapie.

Quelle:
Teschke, R.: Toxische Lebererkrankungen: Alkohol, Arzneimittel, Gewerbe- und Naturtoxine. Thieme, Stuttgart (2001) Prof. Dr. med. Rolf Teschke Direktor der Medizinischen Klinik II Klinikum Stadt Hanau Leimenstraße 20 63450 Hanau Tel.: 06181/2964210

Stand: 2004