Knollenblätterpilze werden nicht selten beim Pilzsammeln mit essbaren Pilzen verwechselt und verursachen nach ihrem Genuss ein lebensbedrohliches Krankheitsbild, das auch eine schwere Leberschädigung mit einschließt. Bei einer vermuteten Knollenblätterpilzvergiftung erhält man häufig auch von den Angehörigen entsprechende Angaben, da Pilze meistens nicht allein, sondern zusammen mit anderen gesammelt und verspeist werden. Die Symptome bei einer akuten Knollenblätterpilzvergiftung beginnen meist zwischen 4 und 48 Stunden nach dem Pilzverzehr. Im Vordergrund stehen zunächst Übelkeit, Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen, wässrige Durchfälle und Kreislaufzusammenbruch. Danach klingen die Beschwerden für 12 bis 24 Stunden ab, um erneut 2 - 4 Tage nach dem Pilzverzehr mit Gelbsucht, Leberversagen, Nierenversagen und Blutungen in das lebensbedrohliche Stadium überzugehen.
Therapie
Trotz intensivmedizinischer Behandlung und medikamentöser Therapie ist die Prognose bei schweren Verläufen schlecht, eine Lebertransplantation ist häufig unausweichlich.
Quelle: Teschke, R.: Toxische Lebererkrankungen: Alkohol, Arzneimittel, Gewerbe- und Naturtoxine. Thieme, Stuttgart (2001)
Prof. Dr. med. Rolf Teschke
Direktor der Medizinischen Klinik II
Klinikum Stadt Hanau
Leimenstraße 20
63450 Hanau
Tel.: 06181/2964210