Lebertransplantation

Die Lebertransplantation ist in den letzten Jahren ein häufig durchgeführtes Operationsverfahren bei lebensbedrohenden Lebererkrankungen geworden. Pro Jahr werden in der Bundesrepublik in zahlreichen Transplantationszentren zwischen 700 und 800 Lebertransplantationen durchgeführt.

Gründe für eine Lebertransplantation können sein:

Eine rechtzeitige Vorstellung bei der Spezialambulanz in einem Transplantationszentrum ist besonders wichtig, da aufgrund des herrschenden Organmangels Wartezeiten berücksichtigt werden müssen.

Die Entscheidung über die Aufnahme auf die Warteliste zur Lebertransplantation wird vom Transplantationszentrum getroffen.

Die Lebertransplantation wird nach dem deutschen Transplantationsgesetz durchgeführt. Hier sind alle wesentlichen Vorgänge der Organspende, Organvermittlung und Organtransplantation geregelt: z.B. die Bedingungen einer Organentnahme, das Organhandelsverbot, die Vorrangigkeit der postmortalen Spende, die Voraussetzungen zu einer Lebendorganspende u.a.m.. In bestimmten Fällen ist eine Teilleber-Lebendspende unter Angehörigen oder Menschen, die sich emotional besonders nahe stehen erlaubt (in der Praxis: vor allem von Eltern auf Kinder).

Die Transplantation selbst dauert durchschnittlich 4 bis 8 Stunden. Mit einem Klinikaufenthalt von wenigstens zwei Wochen muss gerechnet werden. Eine Anschlussheilbehandlung sollte sich anschließen. Nach der Transplantation verbleiben die Patienten zunächst unter engmaschiger Kontrolle der Transplantationszentren. In zunehmend größer werdenden Abständen müssen regelmäßig Untersuchungen und Blutwertkontrollen, dann auch heimatnah beim Hausarzt, vorgenommen werden. Die Einnahme von abstoßungshemmenden Medikamenten (Immunsuppressiva) ist lebenslang notwendig.

Im Zeitraum nach der Transplantation können viele Patienten wieder ihr normales Leben aufnehmen - allerdings sollte neben regelmäßiger Medikamenteneinnahme und ärztlichen Kontrolluntersuchungen auf allgemein gesunde Lebensführung geachtet werden.

Dank der Fortschritte der Medizin liegt die Einjahresüberlebensrate zur Zeit deutlich über 80 %, die Fünfjahrsüberlebensrate bei Patienten mit posthepatitischer Leberzirrhose bei über 70 %.

Quelle: Dr. rer. nat. Rainer Hoffmann, Chefarzt der Inneren Abteilung Hohenloher Krankenhaus GmbH Öhringen

Stand: 2004